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  Fahrtage 2011  SXV-Kart

Im Laufe diesen Winters baute sich bei mir nur relativ wenig Motivation zum Kartfahren auf.
Das lag an vielen Dingen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte.

Daher war der 1. Fahrtag 2011 für uns erst während der Osterferien in Oppenrodt.
Das Wetter und die anwesenden Leute dort waren prima und alle “Updates” an den Karts haben gut und standfest funktioniert.
Ein optimaler Kart-Tag ohne Probleme mit viel Fahrvergnügen.
Meine persönliche aktuelle Kurzbeurteilung der Bahn:
Anspruchsvoll, erfordert gute Halsmuskulatur. Die Strecke wurde von mir im SXV-Kart kpl. ausschliesslich im 3. Gang gefahren, das passte recht gut.


2. Fahrtag war dann am 7.5.2011 auf dem Westerwaldring.
Wetter sommerlich heiß, viel Gripp auf der Bahn, Leute nett, Stimmung gut.
Beide Karts (Rollerkart = Tim, SXV-Kart = Steps) ohne jegliche Probleme, nur tanken und fahren.
SXV-Kart hat Dampf ohne Ende, nicht zu toppender Fahrspass.
Nur tanken und Luftdruck Kontrolle, wiederum kein Geschraube und keinerlei Defekte.
Leider direkt auf der Kartbahn keine Übernachtung mehr möglich, schade.
Meine persönliche aktuelle Kurzbeurteilung der Bahn:
Schöner zu fahren, als es auf den 1. Blick aussieht. Gefällt mir immer wieder gut und passt auch dem
SXV-Kart ganz gut. (Ausser auf der längsten Geraden wird Alles im 2. Gang gefahren)

Es folgen ein paar Bilder von Norbert Welteroth (danke Norbert):


3. Fahrtag war die Langbahn-Veranstaltung KQT-Trophy am 13.6.2011 auf dem Nürburgring (Müllenbachschleife).

Bei anfänglich nassem aber zum Glück dann doch noch schnell abtrocknendem Wetter, fand wieder eine unfallfreie und sehr schöne Veranstaltung in der Müllenbachschleife statt.
Wir trafen nach inzwischen recht langer Zeit endlich auch mal wieder viele unserer langjährigen Kartfreunde.

Leider konnte ich meine recht ordentlichen Zeiten von Ende 2010 diesmal nicht erzielen, bei mittleren 44er Rundenzeiten war endgültig Schluss, mehr ging diesmal nicht bei mir.
Das SXV-Kart funktionierte zwar, nervt mich aber inzwischen mehr und mehr mit dem weiterhin vorhandenen Ölaustritt (Motorentlüftung) und auch relativ schlechtem Anspringen + rauhem Motorlauf im unteren Drehzahlbereich.
Während des allerletzten Wertungslaufs hatte ich es dann wohl in der Einfahrt zur Fordkurve  etwas übertrieben und es erfolgte ein Dreher, den ich leider nicht mehr abfangen konnte.
Dabei erlitt der Anlasser einen Schaden (Vermutung: Motor drehte kurz rückwärts in den Anlasserfreilauf ... der Schaden wird erst noch inspiziert).
Alles in Allem bin ich von dem SXV-Kart und natürlich auch von mir selbst ein wenig enttäuscht, denn das sollte eigentlich Alles noch besser gehen, zumindest Rundenzeiten von ca. 43,5 Sekunden sollten möglich sein.

Ich berichte ja inzwischen nur noch sehr kurz von den Fahrtagen, daher hier auch nur das mir besonders aufgefallene “High-Light” :
Jo Mertens fährt zur Zeit in einer anderen Liga. Während die Besten noch an der 43 kratzen, fährt er 42er Rundenzeiten nach Belieben ... mit einem Einvergaser-Hirth ... super, Respekt.

Unser Dank von hier auch nochmals an Claus Ibsen für diese wieder einmal gelungene Veranstaltung.

Es folgt ein Onboardvideo, aufgenommen mit Achims Kamera aus Tims “Rollerkart”. Ich finde es recht erstaunlich, wie Tim mit den mageren 14 PS fährt, speziell oben in der Querspange.

Liebe Grüße, Steps

 

15.06.2011 Update:

Der Anlasser ist ausgebaut, die Diagnose (oben) bestätigt:

Rückwärts rutschen mit nicht gezogener Kupplung führt bei diesem kleinen Motor eben sofort auch zum rückwärts drehen des Anlassers mit diesen fatalen Folgen ... :-(


17.06.2011 UPDATE 2:
Nach reiflichem Überlegen und einem Telefonat mit der Fa. Grebenstein, wurde heute zuerst das Mapping geändert.
Das bisher verwendete “VDB”-Mapping scheint für meine SXV-Konfiguration viel zu fett zu sein.
Daher habe ich das von mir früher verwendete “Silmoto”-Mapping etwas abgeändert.
Das “VDB”-Mapping unterscheidet sich hauptsächlich durch eine ca. 8% fettere Abstimmung ab 65% Gasstellung und ein Drehzahl-Limit von 12500 (statt 11500) vom “Silmoto”-Mapping.
Ich habe nun das “Silmoto”-Mapping ebenfalls auf 12500 max. rpm angehoben und ihm zudem eine 4% fettere Abstimmung ab 65% Gasstellung gegeben und in die Steuereinheit (ECU) geladen.
Der nächste Fahrtag wird zeigen, ob dies in die richtige Richtung führt.

Es wurden auch Änderungen an der Motorentlüftung vorgenommen, um diese kpl. von der Airbox zu trennen.
Die so genannte “Rücklaufleitung” von Airbox zum Kurbelgehäuse (das ist wohl ein Denkfehler von Aprilia) wurde verschlossen.
Die Entlüftung über die Zentrifuge am hinteren Ventildeckel wurde ebenfalls von der Airbox entfernt und in den erneut angebauten Catchtank verlegt. Ebenso auch wieder die Öltankentlüftung. (die vorher verschlossen war)
Die originale Motorentlüftung (vorne am Kurbelbgehäuse) wurde an ihrem serienmäßigen Anschluss unten am Öltank belassen.
Ich bin gespannt, ob nun die Ölnebeleien ein Ende haben und sich das durch erhebliches “BlowBy” bei längeren hohen Drehzahlen aus der Entlüftung gedrückte Öl ausschließlich im Catchtank sammelt.
Hier 4 Bilder die die neue Verlegung der Leitungen zeigen:


26.06.2011
Test der Änderungen auf dem Westerwaldring
Das nun verwendete Motorentlüftungssystem funktionierte heute zumindest auf der Kurzbahn schon recht zufriedenstellend. (der Motor bleibt trocken und der Ölaustritt aus der Airbox ist kpl. verschwunden).
Es wird in den nächsten Tagen noch betr. Catchtank etwas weiter optimiert in Richtung einer Schaumfüllung o. Ä. um den nun noch minimal vorhandenen Öllaustritt aus der Catchtankbelüftung zu verhindern.

Das geänderte Mapping funktionierte ebenfalls schon sehr gut.
Es scheint aber in einigen Bereichen immer noch zu fett zu sein.
Eine finale Abstimmung wird im Laufe des Sommers nur via Lambdarecording zu finden sein.
Ich denke dies dann im Rahmen des Fahrtages in Croix en Ternoise im August durchzuführen.
Das Kart hängt jetzt wieder wesentlich besser am Gas und hebt beim Beschleunigen daher auch recht leicht
den “Vorderfuss” .... ;-)

Der Testtag verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle oder Defekte, auch Tim`s Rollerkart lieft wie immer störungsfrei. Bei beiden Karts nur Tanken / Luftdruckkontrolle und Fahren, Fahren, Fahren :-))


09.07.2011
Weitere Änderungen am SXV-Kart
Es wurde ein billiger Catchtank gekauft und betr. Entlüftung und innerem Aufbau verbessert.
Im Auspuffsammler wurde eine Einschweißmutter für die Breitbandlambdasonde angebracht.
Es folgt noch der Einbau des so genannten “RPM-Konverters”, um Last und Drehzahlsignal zusätzlich zum Lambdawert erfassen zu können. Auf diese Weise versuche ich zukünftig ein eigenes besseres Mapping zu erstellen. Einige Bilder dazu:

Oben der Catchtank fertig eingebaut, links die Bilder des inneren Aufbaus.
Die Blowby-Gase treten in den linken Teil des Catchtanks ein (Bild links unten) und der Überdruck entweicht durch die rechte schmale Kammer und über das Schaumelement via hinterer Kammer und konischem Luftfilterelement im Deckel.

 

Unten im Bild die eingebaute Breitbandlambdasonde.


19.08.2011
Fahrtag der Freunde vom belgischen Kartclub “Den Bril” in “Croix en Ternois”:

 

Wie schon 2010 reiste ich wieder einen Tag früher an, um bei Guy in dessen Taverne (in Aalst/Belgien) Station zu machen.
Robert und Manne trafen auch bald (nach ca. 800 km Fahrstrecke) ein und der gemütliche Abend konnte beginnen.
Guy verwöhnte uns wieder mit einem tollen Essen und bei dem einen oder anderen hervorragenden belgischen Bier erlebten wir einen netten gemeinsamen Abend unter Freunden.

Nach einer ruhigen Nacht wurde nach einem ausgiebigen Frühstück von Robert noch kurz Guy`s neues Motorrad (Ducati Diavel) Probe gefahren. Sein breites Grinsen konnte man durch den Helm sehen...;-)
Anschliessend wurde das letzte Stück zur Rennstrecke in Frankreich angegangen und wir trafen am frühen Nachmittag dort ein. Genug Zeit um auszuladen und sich ein wenig häuslich einzurichten.
Bald trafen auch weitere Teilnehmer ein und die “Feuer & Stein”-Truppe rund um Jochen warf zur Begrüssung gleich mit einigen Bieren um sich...;-)....unabsichtlich beim Ausladen.

Abends gab es dann wieder das schon legendäre BBQ, zubereitet von Marc und Guy und weiteren Helfern. Dazu Rosewein und gezapftes Bier so viel jeder mochte.
Eine echte “All-inclusiv” Veranstaltung vom Feinsten.

Nachts regnete es...:-(....eigentlich inzwischen auch schon traditionell in Croix....und der Regen hielt sich zäh in den Vormittag hinein. Paul und anderen Kartfahrern die als Regenliebhaber gelten, gefiel dies, mir aber gar nicht. Als später zumindest von oben Nichts mehr herunter kam, rüstete ich das SXV-Kart auf Regenreifen um und fuhr meinen ersten Stint, den Lambdarecorder eingeschaltet.
Es ging besser als erwartet und die erste Messung (erfasst Lambda, Last + Drehzahlwerte) um das Mapping zu verbessern war im Kasten.
Auch die nachfolgende 2. Messung bestätigte die um Einiges zu fette Abstimmung im mittleren Last und Drehzahlbereich. Da aber vermutlich eine starke Verzerrung der Daten durch Beschleunigungsanreicherung usw. erzeugt wird, sind die Messdaten nur mit einiger Vorsicht zu betrachten / nutzen.
Ich werde mir ein nur leicht gegenüber dem in Croix gefahrenen Mapping geändertes speichern und bald damit erneut testen.
Neben meinem SXV-Kart waren alle mir zur Zeit bekannten anderen mit 550 SXV Motoren befeuerten Karts anwesend, eben die von Paul, Harry und Jochen.
Es ergab sich aber leider nur eine kurze gemeinsame Fahrt mit Jochen, bei der wir es einigermassen fliegen liessen....;-))
Nachdem meine Motorentlüftung nun völlig von der Airbox getrennt in einen separaten Catchtank mündend, problemlos funktionierte, zeigte sich auf einmal wieder massig Öl auf der linken Seite der Airbox...grrrr... :-((
Woher kam das? Es war doch nur noch die Getriebeentlüftung daran angeschlossen... sollte tatsächlich von dort...
Sofort baute ich einen kleinen Auffangbehälter an den vorher von der Airbox entfernten Getriebeentlüftungsschlauch an, um dies zu klären.
Um einmal von einem guten und erfahrenen Fahrer ein Urteil über das SXV-Kart zu bekommen, fuhr Jo Mertens den nächsten Stint damit, ich folgte (bzw. ich versuchte es zumindest....) im P34-Kart.
Bei der Verfolgung setzte ich den Bremspunkt Runde für Runde immer später, da die hinteren Bremsen nach einem Update auf Wavescheiben etwas besser griffen.
(die Balance konnte wieder auf ca. 50/50% vo/hi gestellt werden, von vorher nur ca. 35/65% vo/hi)
Letztlich war ich damit dann aber doch etwa um 5 Meter zu optimistisch und ein kurzer Ausritt ins Kiesbett Ende der längsten Geraden folgte. Keine Defekte und nach Herausheben mit helfenden Händen fuhr ich ins Fahrerlager zurück und beendete um ca. 16 Uhr für mich den aktiven Teil des Fahrtages.
Am SXV-Kart (gefahren von Jo) war nach diesem Stint nun aber im kleinen Auffangbehälter eine gewisse Menge Getriebeöl, besser gesagt eine gräuliche Emulsion.... gar nicht gut... :-((
Meine Diagnose: Der Motor drückt an seiner mittigen, vertikalen Gehäusedichtung Kühlwasser (+ Überdruck) ins Getriebe.
Meine Stimmung bekam dadurch einen Dämpfer, da ich eine Komplettzerlegung des Motor als gegeben sah.
Erst 3 Tage später liess ich zu Hause das Getriebeöl kpl. ab und stellte zu meiner absoluten Verwunderung fest, dass es völlig okay war. Keinerlei Wasser oder Emulsion im Öl.
Zwar positiv, aber ein weiteres mir völlig unverständliches Rätsel dieses Motors.

Nun wird das SXV-Kart weitergefahren und es wird sich wohl evtl. bald zeigen, ob dieses Mysterium eine Auflösung erfährt, wie auch immer die dann aussieht.

Der Tag verlief unfallfrei und ohne grössere mir bekannten Defekte an irgendwelchen Karts in freundschaftlicher und entspannter Atmosphäre.
Nach einem guten Abendessen wurde noch mit den ebenfalls im Fahrerlager zum Übernachten verbliebenen Leuten etwas geplaudert und dann relativ früh zu Bett gegangen.

Am nächsten Morgen bestaunten wir noch die dann anwesenden Fahrzeuge (u. A. Ford GT, Kitcars) um etwa um 10 Uhr Richtung Heimat loszufahren und dort in meinem Fall gegen 17 Uhr wohlbehalten einzutreffen.

Das Video oben zeigt unter Anderem das P34-Kart, gefilmt von Robert aus seinem sehr flotten ZX6R-Kart.

Ich freue mich schon jetzt auf Croix en Ternois 2012.
Liebe Grüße Steps