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Hockenheim 17.7.2009
Die 2. diesjährige Veranstaltung des “Hirth-Speed-Club” fand am Hockenheimring statt. Wir befuhren die GP-Strecke in voller Länge.
Die Wetterprognose war alles andere als gut ... Gewitter mit Dauerregen war die Vorhersage. Aber es kam wesentlich besser als gedacht, denn 3 der 5 möglichen Stints waren trocken und konnten daher mit Slicks und vollem Einsatz der Karts gefahren werden ... und darum geht es ja bei der Sache ( ... zumindest ich mag absolut keine Nässe beim Kartfahren).

Ich hatte das P34-Kart und das SXV-Kart dabei.
Morgens pünktlich 1,5 Stunden vor dem 1. Stint begann es zu regnen, und daher blieben Robert, Tim und ich im Bett und frühstückten erst um 9 Uhr...;-)
Da es abtrocknete, entschied ich erst den 2. Stint mit dem SXV-Kart zu fahren. Dieses war bis auf die für die Langbahn geänderte Übersetzung (17 zu 19 Z.) unverändert, wie zuletzt am Westerwaldring bei der Vereinsmeisterschaft von mir gefahren.
Fazit nach dem ersten Lauf:
Das von mir endgültig beseitigt geglaubte Problem mit der Motorentlüftung, trat erneut in anderer Form auf. Durch die extrem hohen Dauerdrehzahlen über weite Bereiche pro Runde, drückte der Motor wieder Öl aus der Entlüftung. Auf der Kurzbahn war das Problem mittels Ölabscheider einer BMW RS 1100 R dauerhaft beseitigt, trat hier unter den extremeren Umständen aber wieder erneut zu Tage ... wenn auch in anderer Form. Kein Öl im Catchtank, aber Ölnebel aus diversen zur Entlüftung gehörenden Schläuchen ... den genauen Austritt muss ich noch feststellen. Nachdem ich den Ölstand ein wenig reduzierte (da zu hoch) trat dies aber trotzdem im 2. Stint exakt genauso auf ... grrrr.
Nun muss ich eine kpl. Eigenkonstruktion der Motorentlüftung bauen, da alle anderen bisherigen “Lösungen” nicht 100% funktionieren.
Ich gehe hier genau darauf so umfassend ein, da es der einzige mir bisher aufgefallene echte Schwachpunkt dieses Motors ist.
Der Rest funktioniert auch auf der Langbahn super.
Es wurden wohl auf der Parabolica annähernd 190 bis 200 km/h erreicht, die Bremsen sind auch auf der Langbahn top und das ganze Kart funktionierte (bis auf das Ölproblem) absolut störungsfrei. Prima.
Nach dem nun folgenden Motorentlüftungs-Update folgt der nächste Test auf der Veranstaltung des belgischen Kartclubs “Den Bril” in “Croix en Ternois” (F) am 12. 8.2008.

Nachdem ich nun 2 Stints mit dem SXV-Kart gefahren hatte und in beiden das Entlüftungsproblem zu Tage trat, entschied ich mich dies erst in Ruhe zu beseitigen und im nächsten Stint das bewährte P34-Kart zu fahren.
Nach dem SXV-Kart, das sehr gut auch auf der Langbahn funktioniert, war es ein Genuss nun mal wieder den “Großen” zu bewegen. Das ist einfach DAS Kart für die grossen Rennstrecken. Da wo dem “Kleinen” langsam die Puste ausgeht, schiebt der “Große” immer noch mit Macht voran und bleibt dabei stets berechenbar und gutmütig.
Klar hätte ich gerne die Bremsleistung (im Verhältnis) wie beim SXV-Kart auch im P34-Kart, das ist aber auch das einzige Manko im Vergleich. Das P34-Kart hat erneut seine Berechtigung für die großen Strecken bei mir bewiesen und bekommt wohl daher im nächsten Winter eine kpl. neue Bremsanlage mit Wave-Bremsscheiben und weiteren Goodies eingebaut.
Das Fahrverhalten des längeren Chassis, der doppelten Vorderachse und des Gesamtkonzepts ist im Vergleich zum Normalchassis wesentlich ruhiger, gelassener, gutmütiger und berechenbarer. Bei “Überschuss” an Speed kommt das Kart ganz leicht und sanft mit dem Heck und kann durch etwas Gas wegnehmen und Gegenlenken leicht stabilisiert werden. Ein kurzes Chassis ist dagegen bei hohen Geschwindigkeiten wesentlich nervöser und erfordert weit mehr Konzentration und Feinfühligkeit beim Fahren.
Da ich nun den direkten Vergleich erfahren kann, war dies das Eindrucksvollste betr. meiner Karts an diesem Fahrtag auf dem Hockenheimring.
Das P34-Kart lief wie gewohnt absolut störungsfrei ... es war noch bestückt mit Vorjahresreifen + Vorjahressprit ... nur kurz geputzt von Tim, die Kette geschmiert, den Luftdruck geprüft und Alles durchgesehen ... aber dabei wurde nichts Beunruhigendes gefunden.
Prima, so soll es sein.
Wobei hier nicht der Eindruck entstehen soll, mir hätte das SXV-Kart keinen Spass auf der Langbahn gemacht, ganz im Gegenteil. Nur im persönlichen “Wohlfühlvergleich” passt mir dort das “P34-Kart” besser und das SXV-Kart eben eher auf der Kurzbahn ... und genau für diese unterschiedlichen Einsatzzwecke habe ich das jeweilige Kart ja auch gebaut. Passt also 100% für mich.

Eindrucksvoll waren natürlich noch ganz andere Sachen ... z. B. was Alles richtig gut funktioniert .... und was eben weniger gut funktioniert.
Positiv überrascht haben mich beispielsweise Paul Kröger in seinem Yamaha 450 Kart, Sven Weinig im 2-Gang Hirth und natürlich wie schon gewohnt die Leute um Otto mit ihren immer sehr schnellen Hirth-Karts. Was mit diesen leichten und in kundiger Hand bewegten Karts auch auf dieser sehr schnellen Strecke geht, verblüfft mich immer wieder erneut. Respekt und Hut ab davor.
Das sind natürlich nur ein paar Namen die mir positiv aufgefallen sind, aber bei Weitem nicht Alle.
Die Fülle an interessanten und auch blitzsauber aufgebauten neuen Karts (z. B. das BMW 450 Kart, gebaut von Jörg Schubert) vor Ort war auch diesmal sehr schön.

Natürlich fallen auch andere, technisch weniger positive Sachen auf ... es ist mannigfaltig, was so alles an den unterschiedlichsten Konstruktionen kaputt gehen kann (und auch kaputt geht ... ) und aus welchen Gründen manches Kart daher dann ggf. ausfällt .... oder gar abfliegt.
Ohne auf einzelne spezielle Details dazu eingehen zu wollen, ist es zumindest immer wieder auch für mich lehrreich und erweitert den Erfahrungsschatz möglicher Störquellen. Wichtig dabei ist, das meines Wissens nichts Gravierendes passiert ist.
Genau das ist das überhaupt absolut Wichtigste im Zusammenhang mit unserem Hobby Kartsport.
Die Besonnenheit der Teilnehmer ist da schon auf hohem Niveau.

Neben den bekannten Gesichtern waren auch wieder neue Leute dabei und die Stimmung wie gewohnt geprägt von gegenseitiger Hilfe wenn nötig und freundlichem und rücksichtsvollem Miteinander in der Box und auf der Strecke. Die vielen netten und interessanten Gespräche sind mir darüber hinaus zumindest ebenso wichtig, wie das eigentliche Kartfahren.

Das ist der erste mir im Gedächtnis gebliebene Eindruck dieser schönen Veranstaltung.
Liebe Grüße Steps

Die beiden Bilder sind von der HSC-Webseite “geborgt”.

Links ein Blick in die Box und im Bild unten ist das SXV-Kart beim Beschleunigen auf der Start/Ziel Geraden zu sehen.

Die folgenden Bilder sind von Robert (danke...;-)