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23.5.2009
1. Test des SXV-Kart auf dem Westerwaldring.

Es wurde so vorsichtig gefahren, dass auf keinen Fall etwas passiert.
Ich werde noch einige Zeit brauchen, um das Potential dieses Karts nutzen zu lernen.

Einziger aufgetretener nennenswerter Defekt bzw. Problemstelle ist eigentlich nur das Taperbuchsen-Spannsystem des Kettenrades. Da muss ich noch eine konstruktive Änderungen machen, da das Spannsystem seltsamerweise kpl. überlastet ist, obwohl das gleiche System im P34-Kart seit Jahren seinen Dienst bei doppelt soviel einwirkenden PS verrichtet und dort problemlos hält !

Am Schluss folgen noch einige Fotos von Uwe Bahlmann / WW-Ring und ein kurzes Video.
Dank an Uwe, Carmen, Rene, Elke, Jörg, Konrad und alle Anderen der netten WW-Ring Truppe für den schönen gemeinsamen Tag.
Es hat wie immer wieder viel Spaß gemacht zusammen mit den Leute zu fahren und das Buffet am Ende war noch ein Sahnehäubchen obenauf. Ihr seid Spitze.

Gruß Steps

... heb das Beinchen ... ;-)


1.6.2009
2. Test des SXV-Kart auf dem Westerwaldring.

Das SXV-Kart läuft nun nach einigen kleinen “Updates” völlig störungsfrei, der Antrieb hält ... die Zeiten werden besser.
Unten 3 Bilder der wesentlichen Änderungen. Die Spannmöglichkeit der Antriebskette ist nun durch leichtes Schwenken des Motors um den Drehpunkt der unteren hinteren Motoraufhängung und mittels der Langlöcher in den beiden Motorhaltern gegeben.
Die Kraftabstützung erfolgt durch die Druckschraube M8 links oben am hinteren Halter auf der Ritzelseite. (die 2 Bilder unten links)
Das 3. Bild rechts zeigt die Verbesserungen am Taperspannbuchsensystem des Kettenrades. Ersatz der Zoll-Madenschrauben durch gleiche in Sechskantausführung mit zusätzlichen 2mm Bohrungen zur Sicherung mittels Draht.
Links und rechts sitzt nun eine zusätzliche Sicherung gegen axiales Wandern in Form von 40 mm Klemmringen aus Stahl.

Im Bild oben sieht man das Update des Tapersystems.

Man sieht auch die M8 Druckschraube zum Auffangen der auftretenden Zugkräfte des Antriebs gegen die Spannmöglichkeit der Kette via Motorschwenkung über die Langlöcher.
(Im Bild zu erkennen zwischen Kette und Achslager)

Ein kurzer Videozusammenschnitt vom Tag:


8.6.2009
Motorgehäuseentlüftungs-Update
Da die Motorgehäuseentlüftung wie auch ein ein paar andere Dinge an dem Aprilia-Motor wohl nicht kpl. zu Ende entwickelt wurden, habe ich an der Stelle angesetzt und mir eigene Gedanken dazu gemacht.
Fakt ist, dass der Motor durch dessen grundsätzliche Auslegung sehr stark in das Kurbelgehäuse pumpt und in Folge einiges an Ölnebel durch die Motorgehäuseentlüftung drückt. Um dies abzumildern, bzw. ganz zu verhindern, habe ich die Entlüftung ein wenig umkonstruiert. Dazu diese Vorher/Nachher-Skizze:

Im Wesentlichen ist nun ein Ölabscheider einer BMW RS 1100 R zwischen dem Austritt der Motorentlüftung am Motorgehäuse und dem Eintritt der Entlüftungsleitung in den (Trockensumpf)Öltank geschaltet.
(Ja, das ist so noch nicht so richtig schön, das weiss ich ... aber zuerst muss ALLES zufriedenstellen funktionieren .... danach kommt erst die “Schönheit” bzw. das “Verstecken” der weniger schönen Details ... spätestens im nächsten Winter ... ;-) ... )

Der praktische Versuch wird nun sehr bald zeigen, ob das dies bezügliche Aprilia-SXV Problem (und dies ist in dieser Form auch bei den kpl. serienmässigen Motorrädern leider sehr oft ein Problem ! ) damit nun nachhaltig gelöst ist.


13.6.2009
3. Test Westerwaldring
Die Motorgehäuseentlüftung funktionierte auch nach dem Update noch immer nicht zufriedenstellend.
Ich habe mir weiter dazu Gedanken gemacht und das Entlüftungssystem wie in der Skizze unten ersichtlich nochmals abgeändert:

Der Rest funktionierte bis auf das unten geschilderte Problem inzwischen gut und ich wachse auch langsam mehr und mehr mit dem Kart zusammen.

Es zeigte sich eine neue Schwachstelle in Form der unteren Radaufhängung vorne. Die Unibalgelenke halten den dort auftretenden Kräften nicht dauerhaft stand. Beim Anbremsen der unteren Kurve am WW-Ring riss das linke untere Unibalgelenk der vorderen Radaufhängung ohne Vorwarnung kpl. ab. Ich konnte das Kart zum Glück ohne Einschlag abfangen und anschliessend reparieren. Es wurde auch der Achsschenkelbefestigungsbolzen (M8 / 10.9) dabei beschädigt.
Da nun das Vertrauen in diese orginale Dino-Kart Lösung nicht mehr vorhanden ist, habe ich an der Stelle links und rechts inzwischen (20.6.) eine Abstützung der Unibalgelenke konstruieren und eingebaut.
Die Fotos unten zeigen in welcher Form dies erfolgte.

Im Bild oben sieht man die orginale Dino Radaufhängung vorne unten.
Rechts und unten in den Bildern sind von oben angefangen zuerst die alten Teile und darunter dann die geänderten und verstärkten Abstützungen zu sehen.
Die neuen Teile haben eine Schraubendurchführung in Form eines Langloches 8x12 mm quer zur Fahrtrichtung, damit die Sturzverstellung gewährleistet bleibt.
Statt wie im Orginal aus Aluminium, sind die neuen Teile nun aus Stahl gefertigt. Damit sind die Unibalgelenke zukünftig nahezu kpl. von Biegekräften befreit und übernehmen nur noch die Einstellung der Sturzverstellung.
Testfahrten sind nun mal genau dazu da, um solche Schwachstellen der (in dem Fall Serie) Konstruktion zu erkennen und mittels besserer Lösungen dauerhaft abzustellen.

Der nächste Fahrtag ist der 2. Lauf zur RSC-Westerwaldring Clubmeisterschaft am 4./5.7.2009.


4./5.7.2009
2. Rennen zur RSC-Westerwaldring Vereinsmeisterschaft

Bei bestem Wetter (aber sehr schwül-heiß) fand der 2. Lauf zur Vereinsmeisterschaft am Westerwaldring statt.
Die wie immer hervorragende Organisation und die allgemein nette Atmosphäre dabei ist ja inzwischen schon sprichwörtlich.
Aber auch hier nochmals meinen Dank an ALLE Leute der WW-Ring Truppe, ein Wochenende mit Euch ist immer wieder ein Highlight neben dem doch oft etwas tristeren Alltag.

Nun der Reihe nach. Von den Kartbauern waren neben mir selbst, Rudi und Achim mit dabei und die weiteren Teilnehmer der
Fun-Klasse bestanden aus Andreas (Hirth) und Manni (Kawa-500 Kart + Hirth). Manni zähle ich ebenfalls zu den Kartbauern, da seine Karts (bis auf den Hirth) ebenfalls kpl. mit Motorradmotoren selbst aufgebaut sind.
Die Anreise erfolgte am Freitag Abend, Rudi stiess mit Wolfgang und Heinz am Samstag Nachmittag zu uns und Rudis Vater Rolf und Sascha kamen noch am Sonntag dazu.

Beim SXV-Kart zeigte sich bereits am Samstag Vormittag schnell, dass meine letzte Änderung an der Motorentlüftung und vorderen Radaufhängung nun endlich so funktioniert, wie von mir gewünscht: Kein Öl mehr im Catchtank nach vielen schnellen Runden und die von mir verstärkte Serien-Radaufhängung hält nun auch. Prima.
Leider bekam der rechte Kühler im Laufe des Samstag Nachmittag vermutlich durch Steinschlag eine undichte Stelle und ich sah meine Teilnahme am Rennen schon gefährdet. Spontan bot mir Jörg Langenbach an, einen Seat Zusatzkühler zu besorgen. Dies wurde auch im Laufe anderer “Hilfs-Aktionen” erledigt. (Achim war die hintere Bremsscheibe “explodiert” und die Reparatur erfolgte
u. A. durch eine andere, abgedrehte Scheibe (in Jörgs Firma) und dem nötigen Umbau der Bremssattelbefestigung vor Ort)
Danke für die spontane Hilfe hier auch nochmals an Jörg Langenbach.
Den Kühler setzte ich dann doch nicht ein, da der dazu nötige Umbau vor Ort sehr schwierig gewesen wäre.
Statt dessen ergründete ich die Wassermenge die nach ca. 15 Runden fehlte und kam da es sehr wenig war, zu dem Schluss gar Nichts zu unternehmen und das Rennen am Sonntag unter stetiger Kontrolle des Kühlwassers zu fahren.
Vorweg, das funktionierte ausgezeichnet...;-)
Alle anderen Komponenten am Kart arbeiteten wie ein Uhrwerk, nötig waren nur Tanken und die morgendliche Luftdruckkontrolle.
Das SXV-Kart ist nun schon recht optimal betr. Zuverlässigkeit und wer mich kennt weiss, dass mir gerade der Punkt neben natürlich dem sicheren Fahrverhalten einer der wichtigsten ist. Die Leistungsentfaltung ist einfach nur mit brachial zu bezeichnen.
Inzwischen habe ich mich recht gut auf das Kart eingestellt und dies zeigte sich auch in stetig schnelleren Rundenzeiten.

Diverse kleinere (an Dominiks Bambinikart) und etwas grössere Defekte (Achims Bremsendefekt) wurden gemeinsam unter Einsatz aller möglichen Mittel behoben.
Abends wurde dann zusammen gemütlich gekocht und gegrillt und gemeinsam nicht nur über “Benzin” geredet.

Wir ich von Jörg Langenbach bereits erfahren hatte, wollte Volker Strycek mit seiner Tochter Lena am Sonntag ebenfalls dabei sein.
Das freute mich, da wir uns seit den “
Rüsselsheim Racedays” persönlich kennen und mögen.
So begrüssten wir uns nach seiner Ankunft am Sonntag Morgen und ich lernte auch erstmals seine äusserst talentierte Tochter Lena kennen. Laut Volker soll sie mit dem Kartsport ihr Fahrkönnen weiter verbessern. Dies belegte sie auch (mit grossem Spass) sehr erfolgreich durch einem späteren Podestplatz. Volker interessierte sich für das SXV-Kart und war als er es später fahren sah begeistert. So ein Lob freut mich schon sehr, gerade wenn es aus so erfahrener Quelle stammt.

Anwesend war mit dem Gespann-Vizeeuropameister Jörg Steinhausen auch noch ein weiterer prominenter und ebenfalls sehr netter Rennfahrer.

Gegen Mittag war dann die Fun-Klasse mit dem freien Training an der Reihe. Ich hatte beschlossen, nur sehr wenige Runden zu fahren um 1. das Material für das folgende Rennen zu schonen und 2. nur kurz den Wasserverlust zu kontrollieren und somit, ob der Kühlkreislauf die Renn-Strapazen überstehen würde. Fazit: Wird gehen.

Recht bald kamen wir dann zu unserem Qualifying. Ich fuhr wiederum dabei auch nur 7 Runden und davon etwa 4 mit “Einsatz”.
Damit stand ich lange Zeit auf Pole. Prima. Zum Schluss hatte Manni (da noch mit dem “Kawa 500 Kart”) aber eine wirklich gute Runde erwischt und stellte sich damit verdient vor mich. Rudi belegte Startposition 3 gefolgt von Andreas und Achim.
Mit diesem recht guten Ergebnis hatte ich nicht gerechnet ... und Rudi wohl ebenfalls nicht ... ;-)

Bald wurde es nun ernst und das erste der beiden Rennen stand an.
Beim Start (fliegend) gab es ein wenig Konfusion, da Mannis Kart bereits in der Einführungsrunde stotternd stehen blieb.
Nach kurzem Hin und Her waren Alle dafür, dass er sein “T-Kart”, den Hirth einsetzen durfte. Wir warteten mit dem Neustart bis er seine Führungsposition einnehmend zurück im Vorstart war und das Rennen konnte erneut beginnen. Ab dann lief Alles rund ab.
Ich wusste, dass ich gegen den nun logischerweise sofort attackierenden Rudi (Yamaha 450 Kart) nur eine einzige Chance haben würde, wenn ich vom Start weg die ganze Beschleunigungs-Power des SXV-Kart einsetzen würde und dann solange sehr hart fahren würde, bis er ggf. etwas auf Abstand wäre.
Da Manni der von Startposition 1 ins Rennen ging, natürlich auf der kurzen Distanz zur ersten Kurve von mir nicht überholt werden konnte, versuchte Rudi dies zu nutzen, indem er sich aussen vorbei zu quetschen versuchte.
Da musste ich diesmal aber, ganz entgegen meiner sonstigen Art, dagegen halten, denn sonst wäre ich wohl später nie mehr an Rudi vorbei gekommen. Unsere Fahrleistungen sind dafür einfach zu ebenbürtig. Ich konnte somit dann meinen 2. Platz behaupten und fuhr von da ab “volle Attacke” um etwas Abstand zu Rudi zu bekommen. Dies gelang mir auch von Runde zu Runde und schon bald konnte ich auch den Führenden überholen.
Von da ab konnte ich mir das Rennen ein wenig besser einteilen und zu einem etwas sanfteren und runderen Fahrstil zurück kehren. Teils konnte ich später sogar geringfügig etwas Fahrt heraus nehmen, wobei dann aber jedesmal sofort Rudi von hinten wieder näher kam. Also musste doch ab Rennmitte bis zum Schluss wieder das volle Programm gefahren werden. Bei fast 30 °C Hitze nicht so ganz unanstrengend über 15 Runden.
Ich konnte am Ende dann den ersten Lauf sicher gewinnen und damit erstmals die jahrelange bisher ungebrochene Siegesserie von Rudi unterbrechen. Die Begeisterung der vielen Leute die mir, teils noch im Kart sitzend, danach die Hand drückten, war schon etwas sehr Schönes. Rudi trug es mit Fassung, versuchte dann aber mit einer Änderung der Übersetzung evtl. im 2. Rennen nochmals das Blatt wenden zu können.

Der 2. Lauf folgte dann auch bald und da ich nun ja auf Pole stand, konnte ich das Tempo von Anfang an vorgeben.
Ich fuhr die ersten Runden so hart wie noch gerade sicherheitsmässig vertretbar, aber schon ab und an mit beim Bremsen und Beschleunigen relativ stark schlingerndem Kart (aber okay, man fährt ja auch ein Wenig für die Zuschauer ... ;-)
Schnell merkte ich, dass diese Gangart Rudi auf dem nötigen Abstand hielt, der sich auch sogar noch leicht vergrösserte.
Hinterher sah ich an meiner bisher besten Westerwaldring Zeit (28,609 Sekunden/Runde) auch, warum dies so war.
Die mir besten bekannten Zeiten nach dem Umbau der Bahnführung, liegen bei hohen 27er Zeiten. (gefahren von Denny Eichelhardt und Christian Becker jeweils im 125er Schaltkart) Mit einer Zeit die nur weniger als eine Sekunde dahinter liegt, bin ich sehr zufrieden, hauptsächlich da dies zeigt, dass mein Karteigenbau wohl nicht so ganz schlecht sein kann ... ;-)
Rudi ist ebenfalls zufrieden, da er sich nun nicht mehr mit Dauersiegen langweilen muss und wieder eine neue Herausforderung hat
Wir fahren ja nur zum Spass und in anderer Form möchte ich dies auch nie betreiben.

Nun werde ich im Laufe der nächsten 2 Wochen den Umbau der Übersetzung auf Langbahn am SXV-Kart erledigen, um dann (neben dem “P34-Kart”) am 17.7.2009 in Hockenheim bei der HSC-Veranstaltung auf der GP-Strecke auch damit mal fahren zu können.
Zum Schluss ein Bild von Volker Strycek und mir beim Fachsimpeln am SXV-Kart:

Es war wieder mal ein super tolles “Rennwochende” mit und unter Freunden. Top.
Liebe Grüsse Steps


Es folgen hier noch ein paar Fotos, die mir freundlicherweise von Norbert Welteroth zu Verfügung gestellt wurden.

Vielen Dank dafür nochmals, Norbert.